Das französische Unternehmen Furion Motorcycles hat mit der Furion Taran ein faszinierendes Elektromotorrad vorgestellt, das mit innovativen technischen Lösungen neue Maßstäbe in der Elektromobilität auf zwei Rädern setzen möchte. Der Name des futuristischen Gefährts leitet sich von Taranis ab, dem keltischen Gott des Donners – doch statt eines lauten Verbrenner-Klangs setzt das Bike auf geballte, lautlose Elektroenergie. Die Taran ist dabei keineswegs aus dem Nichts entstanden, sondern das Resultat jahrelanger Entwicklungsarbeit in Le Mans, bei der Gründer Marc Evenisse zuvor bereits mit Hybridkonzepten experimentierte.
Revolutionärer Allradantrieb mit Axialflussmotoren und 326 PS
Das absolute Highlight der Maschine ist ihr ausgeklügelter Allradantrieb, der über zwei separate Elektromotoren realisiert wird. Sowohl im Vorder- als auch im Hinterrad arbeitet jeweils ein kompakter Axialflussmotor, bei dem sich Spulen und Magnete mit zwei Scheiben gegenüberstehen. Diese spezielle Bauweise zeichnet sich durch ein hohes Drehmoment bei gleichzeitig geringer Baugröße und niedrigem Gewicht aus. Zusammen leisten die beiden Aggregate beeindruckende 240 kW, was umgerechnet rund 326 PS entspricht.
Eine intelligente Software steuert die Kraftverteilung sowie den Schlupf an beiden Rädern permanent in Echtzeit. Ein absolutes Kernmerkmal ist dabei die gegenläufige Drehrichtung der Motoren zur Radrotation: Da Radnabenmotoren die ungefederte Masse normalerweise erhöhen, gleicht Furion dies durch diesen patentierten Gegendreh-Effekt aus. Fahrdynamik-Simulationen zeigen, dass dadurch negativen Kreiseleffekten entgegengewirkt und die Agilität des Motorrads um rund 11 Prozent verbessert wird.
Effiziente Rekuperation, Reichweite und das Eversor-System beim Furion Taran
Neben purer Leistung liegt ein weiterer Schwerpunkt der Taran auf Effizienz und Energierückgewinnung im alltäglichen Fahrbetrieb.
Bis zu 77 Prozent Rückgewinnung beim Bremsen
Das von Furion entwickelte Eversor-System nutzt vor allem den Vorderradmotor beim Bremsen intensiv aus, um kinetische Energie zurückzugewinnen. Herstellerangaben und Simulationen zufolge lassen sich auf diese Weise bis zu 77 Prozent der Bremsenergie wieder in den Akku einspeisen. Die Energieversorgung übernimmt eine 20 kWh große Batterie in einer 400-Volt-Architektur, wobei eine spätere Weiterentwicklung auf 800 Volt im Raum steht.
Dank eines kalkulierten Verbrauchs von rund 10 kWh pro 100 Kilometer ermöglicht das Elektromotorrad eine realistische Reichweite von bis zu 200 Kilometern. Trotz der aufwendigen Allradtechnik liegt das Gesamtgewicht bei moderaten 230 Kilogramm.
Futuristisches Design und strategischer Ausblick
Auch optisch bricht das Hyperbike mit konventionellen Mustern. Das aggressive, aerodynamische Design entstand in Zusammenarbeit mit dem bekannten Designer Takumi Yamamoto, der unter anderem am Konzeptfahrzeug GT by Citroën mitwirkte.
Furion plant die Markteinführung des Furion Taran in einer limitierten Kleinserie. Das übergeordnete Geschäftsmodell zielt jedoch darauf ab, die innovative Eversor-Antriebstechnologie langfristig an andere Hersteller zu lizenzieren, um Allrad- und Rekuperationslösungen in der Großserie zu etablieren.

