Der australische Maschinenbau-Ingenieur und ehemalige Superbike-Rennmechaniker hat ein einzigartiges Kleinserien-Motorrad auf die Räder gestellt: Die PGM V8 von Paul Maloney gilt als eines der stärksten und faszinierendsten Serienmotorräder weltweit. Während andere Achtzylinder-Konzepte in der Historie oft auf schwere Pkw-Triebwerke zurückgriffen, entwickelte der Australier unter dem Dach von Maltec Performance Engineering ein eigenständiges, speziell für den Motorradbau konstruiertes V8-Aggregat. Mit einem Verkaufspreis ab 180.000 US-Dollar richtet sich das exklusive Hyperbike an anspruchsvolle Sammler und Technik-Enthusiasten, die ein kompromissloses Einzelstück abseits der etablierten Großserie suchen.
Zweimal 1.000 Kubik vereint: Die Entstehung des V8-Triebwerks
Das Herzstück des Fahrzeugs basiert auf zwei zusammengesetzten Zylinderbänken der Yamaha YZF-R1 des Jahrgangs 2004, da bei diesem Modell Zylinderbank und Kurbelgehäuse separierbar ausgeführt sind. Aus der Kombination der beiden Fünfventil-Zylinderköpfe im 90-Grad-Winkel entsteht ein V8-Motor mit exakt 1.996 Kubikzentimetern Hubraum und insgesamt 40 Ventilen. Während Kolben und Pleuel ebenfalls von der Spender-Yamaha stammen, sind das Kurbelgehäuse sowie die Flat-Plane-Kurbelwelle mit 180 Grad Hubzapfenversatz komplette Eigenkonstruktionen. Diese Bauweise sorgt für ein extrem spontanes Ansprechverhalten und eine rennsporttypische, hochfrequente Geräuschkulisse.
Warum die PGM V8 von Paul Maloney technisch eine Ausnahmestellung einnimmt
Unter der reduzierten Verkleidung vereint der Australier brutale Motordaten mit erstaunlich geringem Gesamtgewicht.
Atemraubende Leistungswerte und Akrapovič-Titanabgasanlage
Der wassergekühlte Achtzylinder mobilisiert eine Spitzenleistung von 334 PS (246 kW) bei 12.800 Umdrehungen pro Minute und stemmt ein maximales Drehmoment von 214 Newtonmetern bei 9.500 U/min auf die Kurbelwelle. Die Kraftstoffeinspritzung erfolgt über acht elektronisch gesteuerte 45-mm-Mikuni-Drosselklappen in Verbindung mit einem MoTeC-Steuergerät. Ein optisches und akustisches Highlight bildet die eigens angefertigte Titan-Abgasanlage von Akrapovič, die in zwei hochgezogenen Endschalldämpfern unter dem Heck mündet. Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechsganggetriebe mit Mehrscheiben-Ölbadkupplung und Kettentrieb.
Spezialchassis und hochwertigste Fahrwerkskomponenten
Erstaunlich moderat fällt das Fahrzeuggewicht aus: Fahrfertig vollgetankt bringt das Motorrad lediglich 242 Kilogramm auf die Waage, was es zum leichtesten Achtzylinder-Motorrad überhaupt macht. Der V8-Motor dient dabei als tragendes Element im eigens entwickelten Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl. Das Heck besteht aus CNC-gefrästem Aluminium, während die Zweiarmschwinge ebenfalls von der R1 adaptiert wurde. Bei den Dämpfungselementen greift der Entwickler auf voll einstellbare Öhlins-Komponenten zurück (FGRT301-Gabel und TTX-Mk2-Federbein). Für die Verzögerung sorgen Brembo GP4-Rennbremssättel auf geschmiedeten Marchesini-Aluminiumrädern. Elektronische Fahrhilfen wie ein ABS sind bei diesem kompromisslosen Konzept bewusst nicht verbaut.
Exklusiver Status im High-End-Segment
Mit der PGM V8 von Paul Maloney zeigt das kleine Entwicklerteam aus Australien eindrucksvoll, was abseits konventioneller Großserienfertigung technisch machbar ist. Das Modell bleibt ein faszinierendes Manifest individueller Ingenieurskunst für die Rennstrecke und die private Sammlung.

