StartMotorradDucati Panigale V4 2027: 218 PS und neue Rennstrecken-Elektronik

Ducati Panigale V4 2027: 218 PS und neue Rennstrecken-Elektronik

Italienischer Motorradbauer präsentiert Weiterentwicklung des V4-Superbikes – Steigerung auf 218 PS und angehobener Drehzahlbegrenzer – Neuer Rahmen und hochentwickelte Assistenzsysteme für schnellere Rundenzeiten.

Nur zwei Jahre nach dem Debüt der siebten Modellgeneration legt der italienische Traditionshersteller Ducati nach und präsentiert die Ducati Panigale V4 2027 in einer gezielt überarbeiteten Modellpflege. Das primäre Entwicklungsziel der Ingenieure in Borgo Panigale lag darin, die enorme Motorleistung auf der Rennstrecke noch effizienter und fahrbarer auf den Asphalt zu bringen. Neben einer leichten Leistungssteigerung profitiert das Superbike von gezielten Modifikationen am Fahrwerk, einer geänderten Getriebeübersetzung sowie neu entwickelten Elektroniksystemen für die Bremsphase und den Kurveneingang. Der Verkaufsstart auf dem europäischen Markt ist für März 2027 vorgesehen, während der nordamerikanische Markt im darauffolgenden Monat beliefert wird.

Mehr Leistung aus dem Desmosedici-Stradale-V4

Herzstück des Supersportlers bleibt der flüssigkeitsgekühlte Desmosedici Stradale V4-Motor mit 1.103 Kubikzentimetern Hubraum. Das Triebwerk leistet im neuen Modelljahr 218 PS (160 kW) bei 13.500 Umdrehungen pro Minute und stellt ein maximales Drehmoment von 120,6 Newtonmetern bei 11.000 U/min bereit. Dies entspricht einem Zuwachs von zwei PS gegenüber der Vorgängerversion.

Erreicht wird das Plus durch einen vergrößerten Lufteinlass, eine optimierte Abgasanlage sowie gezielte Anpassungen am Schmierkreislauf zur Verringerung mechanischer Reibungsverluste. Bei extrem hohen Geschwindigkeiten von rund 300 km/h generiert der erhöhte Staudruck im Lufteinlass zusätzliche 1,3 PS.

Warum die Ducati Panigale V4 2027 fahrwerks- und elektronikseitig neue Maßstäbe setzt

Um das Leistungspotenzial auf der Rundstrecke voll auszuschöpfen, haben die Ingenieure das Fahrwerks- und Getriebelayout tiefgreifend überarbeitet.

Geänderte Geometrie und angehobener Drehzahlbegrenzer

Eine wesentliche Neuerung betrifft den sogenannten Front-Frame-Hauptrahmen: Dessen seitliche Steifigkeit wurde gezielt um zwölf Prozent reduziert. Diese kontrollierte Flexibilität sorgt bei hohen Schräglagen für eine verbesserte Eigendämpfung und erhöht die Rückmeldung des Vorderreifens in Kurven. Zudem wurde die Sekundärübersetzung von 16/41 auf 17/42 verlängert. In Kombination mit einem um 500 U/min angehobenen Drehzahlbegrenzer (nun bis 15.000 U/min in den Gängen zwei bis fünf) können einzelne Fahrstufen länger ausgedreht werden, was unnötige Schaltvorgänge auf der Rennstrecke vermeidet und den effektiven Radstand um acht Millimeter verkürzt.

Premiere für Dynamic Engine Brake und Race Brake Control

Ein technologischer Meilenstein der Ducati Panigale V4 2027 liegt im Elektronikpaket. Das neue System Dynamic Engine Brake (DEB) ersetzt die bisherige Engine Brake Control und passt die Motorbremswirkung unter Berücksichtigung der tatsächlichen Hinterradlast dynamisch an. Ergänzt wird dies durch die neue Race Brake Control (RBC), die den Hinterreifen beim Verzögern gezielter einbindet. Beide Systeme stabilisieren das Fahrzeug beim harten Anbremsen in Schräglage spürbar und ermöglichen spätere Bremspunkte.

Panigale V4 S und Erstaufnahme ins Factory-Made-Programm

Die gehobene Modellvariante Panigale V4 S setzt weiterhin auf das semiaktive Öhlins-Fahrwerk Smart EC 3.0 (NPX-30-Gabel und TTX-36-Federbein), geschmiedete Aluminiumräder sowie eine leichte Lithium-Ionen-Batterie, was zu einem Trockengewicht von 187 Kilogramm führt (Standardmodell: 191 kg). Erstmalig wird das Modell im Modelljahr 2027 auch im Werks-Individualisierungsprogramm „Factory Made“ angeboten.

Käufer können somit bereits ab Werk aus elf Farbvarianten – darunter Sonderlackierungen von Lamborghini – sowie technischen Performance-Paketen wie einer STM-Trockenkupplung oder Rennbremsanlagen wählen.